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  Ausgabe 03|02 (2014) 01.11.2014 | ISSN 2197-7879  
 
 
Editorial

Aufklären im Großen und Ganzen – hier hat der Bundesgerichtshof  ein wichtiges Urteil gefällt. Auch wenn Inhalte des Aufklärungsgesprächs im Nachhinein nicht bis in Einzelheiten nachvollzogen werden können, muss es möglich sein, einem Arzt zu glauben, dass er über mögliche Alternativen und Komplikationen gesprochen hat (siehe unten). Allerdings werden wir auch in Zukunft auf der sicheren Seite sein, wenn wir unsere schriftlichen Aufklärungsbögen immer wieder kritisch überprüfen und aktuell halten, auch was neuere Behandlungsalternativen betrifft, die sich möglicherweise erst während eines Eingriffs ergeben und aus denen sich eventuell neue Komplikationen entwickeln können.

In diesem Newsletter außerdem:

- Zuwenig Kontrolle im Aufwachraum - fahrlässige Tötung

- Zusammenarbeit mit Gerichten

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Die Herausgeber und der Beirat werden Ihre Anregungen gern aufnehmen und in den kommenden Folgen des Newsletters aufbereiten.

Ihre Herausgeber

Prof. Dr. med. Dietrich Berg

Prof. Dr. med. Hartwig Bauer

RA Maximilian G. Broglie

Prof. Dr. jur. Dr. rer. pol. Klaus Ulsenheimer

Prof. Dr. med. Bernhard Zwißler

 

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Aktuelles
 
Mündliche Aufklärung – BGH entlastet Ärzte

Mit einem Leiturteil hat der Bundesgerichtshof die Klage gegen einen Arzt abgewiesen, der Inhalte eines Aufklärungsgesprächs nicht schriftlich dokumentiert hatte. Der Arzt hatte bei einem Patienten mit Aortenstenose und schwerer Aortenklappeninsuffizienz intraoperativ die Herz-Lungen-Maschine ausgestellt und im tiefhypothermen Kreislaufstillstand operiert, weil das begleitende Aortenaneurysma sich bis in den Aortenbogen ausgedehnt hatte.  Postoperativ traten dauerhafte und therapieresistente neurologische Störungen auf.  Im (vom Patienten unterschriebenen) Aufklärungsbogen war zwar  auf neurologische Komplikationen hingewiesen worden, aber nicht auf die hypotherme Behandlungsvariante. Der Arzt konnte jedoch glaubhaft und überzeugend versichern, dass er auf diese Alternative regelmäßig und zwingend im Patientengespräch hinweist, was auch ein Zeuge bestätigen konnte  (VI ZR 143/13).

Zum Urteil des Bundesgerichtshofs und zur Urteilsbegründung auf openjur.de HIER


 
Freiberuflich im Aufwachraum – das geht nicht

Eine Anästhesieschwester, die festgesetzte tägliche Arbeitszeiten hat, fest in die Dienstpläne eingeteilt ist und vom Krankenhaus unentgeltlich Dienstkleidung erhält, ist keine Selbständige. Eine Selbständigkeit liegt auch dann nicht vor, wenn die Verträge zwischen dem Krankenhaus und der Fachkrankenschwester zunächst so ausgestaltet waren. Eine solche Tätigkeit ist versicherungspflichtig und ist zwingend als ein angestelltes Arbeitsverhältnis anzusehen. Zu diesem Schluss kam das Sozialgericht Dortmund (S 25 R 2232/12).

Zur Pressemitteilung des Sozialgerichts Dortmund HIER.

Zum Urteil und zur Urteilsbegründung HIER.


 
175 Stunden Dienst

Ein Neurologe war in einem Krankenhaus in Nowy Sacz (Polen) 175 Stunden ununterbrochen im Dienst. Tagsüber verrichtete er den normalen Stationsdienst, nachts war er ständig in Bereitschaft. Aufgefallen ist dieser Dauereinsatz bei einer behördlichen Inspektion. In Polen herrscht ein dramatischer Arztmangel, weil viele Ärzte ins Ausland gehen. Viele Ärzte arbeiten deshalb am Rand der Erschöpfung, 100 Wochenstunden sind dabei keine Seltenheit, berichtet die polnische Zeitung „Metro“. Deshalb wurden 300 Einrichtungen der Krankenversorgung durch die Arbeitsinspektion untersucht. Jede fünfte verstieß gegen die Arbeitszeitvorschriften.

Zum Bericht auf spiegel.de HIER.


 
Zuwenig Kontrolle im Aufwachraum – fahrlässige Tötung

Zu einer Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung wurde in Jena ein Anästhesist verurteilt. Er hatte die Narkose bei einem zweijährigen Mädchen betreut, bei der in einer HNO-Praxis eine Polypektomie durchgeführt worden war. Das Mädchen war nach dem Aufwachen sehr unruhig gewesen und wurde von dem Arzt mit einer hohen Dosis Dipidolor versorgt. Dass das Kind danach über viele Stunden nicht aufwachte, fiel dem Arzt zu spät auf – da war das Mädchen schon grau und schlaff. Es dauerte fünf weitere Stunden, bis das Kind im Universitätsklinikum eintraf; in der Zwischenzeit war es bereits erfolglos reanimiert worden. Es verstarb nach schwerster Hirnschädigung drei Tage später. Die Ärztekammer Thüringen behält sich eine Prüfung auf berufsrechtliche Sanktionen vor.

Zum Bericht auf www.thueringer-allgemeine.de HIER.


    
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Ärztliche Kernaufgaben – Organisation
 
Zusammenarbeit mit Gerichten (Familiengericht, Betreuungsgericht)

Susanna Kramarz

In vielen Situationen im Klinikalltag ist es notwendig, gerichtliche Entscheidungen zu erbitten: Wenn Eltern ihren Kindern eine lebensnotwendige Behandlung verweigern oder wenn es um die Behandlung von Personen geht, die nicht einwilligungsfähig sind. Auch dann, wenn ein Patient für sich selbst eine lebensnotwendige Maßnahme ablehnt, kann es sinnvoll sein, sich Unterstützung durch ein Gericht zu holen, um nicht später wegen der unterlassenen Behandlung in Schwierigkeiten zu kommen.

Im normalen Klinikalltag hilft oft der Justiziar des Krankenhauses, diese Kontakte zu knüpfen und Entscheidungen herbeizuführen. Aber was, wenn er nicht greifbar ist, und was ist nachts und am Wochenende? My Medizinrecht zeigt auf, wie man mit wenigen Telefonaten beim richtigen Ansprechpartner landet und sich zügig die notwendigen Entscheidungen besorgt.


 

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Kongresse und Seminare
 
Veranstaltungshinweise

29.-30.4.2015, Berlin - X. Kongress für Gesundheitsnetzwerker
Veranstalter: Berlin Chemie AG · Infos und Anmeldung

 

12.11.2014, Düsseldorf - 37. Deutscher Krankenhaustag
Veranstalter: Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH. Infos und Anmeldung

 

16.01.2015, Berlin - DKG-Informationsveranstaltung Krankenhausreform 2016
Veranstalter: Deutsche Krankenhausgesellschaft. Infos und Anmeldung

 

 


 
 
 
    
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Herausgeber:
Prof. Dr. med. Dietrich Berg (Federführung), Prof. Dr. med. Hartwig Bauer, RA Maximilian G. Broglie, Prof. Dr. jur. Dr. rer. pol. Klaus Ulsenheimer, Prof. Dr. med. Bernhard Zwißler

Redaktionsleitung und verantwortlich nach §5 TMG: Dr. med Susanna Kramarz

Fragen an die Redaktion: sk[]my-medizinrecht.de

Web-Entwicklung: 2raumwelten.de

Erscheinungsweise:
6-wöchentlich

Anzeigen und Mediadaten: Verlag S. Kramarz, Berlin

Verlag: Verlag S. Kramarz, Berlin. Anschrift des Verlages: Postfach 191935, 14008 Berlin; Oldenburgallee 60, 14052 Berlin; Tel.: 030 - 330 076 07, Fax: 030 - 818 786 18, E-Mail: kundendienst[]my-medizinrecht.de; UstID: DE190809067; VNR 12875.

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