Fehlerhafte Darstellung? > zum Online-Newsletter  
   
  Ausgabe 01|04 (2016) 01.04.2016 | ISSN 2197-7879  
 
 
Editorial

"Ein Arzt, dem ein Fehler unterläuft, ist kein Pfuscher. Fehler können viele Ursachen haben. Pfusch degegen beinhaltet immer eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber den Auswirkungen des eigenen Handelns." Diesem Zitat des Vorsitzenden der Ständigen Konferenz der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Bundesärztekammer, Dr. Andreas Crusius, können wir uns nur anschließen. Deshalb können wir auch alle Kolleginnen und Kollegen nur ermutigen, offen mit Fehlern umzugehen.

Eine solche Haltung zeugt nicht von Gleichgültigkeit, sondern von Engagement. Dass eine zunehmend offene Fehlerkultur, wie sie ja in vielen Krankenhäusern zunehmend geübt wird, eine Verbesserung für die Patientinnen und Patienten bringt, zeigen die Zahlen: So wurden im stationären Sektor im Jahr 2014 in Deutschland über 19 Millionen Patientinnen und Patienten behandelt; in den Gutachter- und Schlichtungsstellen der Ärztekammern landeten etwa 5.400 Fälle aus dem stationären Bereich, von denen etwa 1.700 als Behandlungsfehler anerkannt wurden. Das bedeutet einen anerkannten Behandlungsfehler auf etwa 11.000 stationäre Behandlungen. Selbst wenn jeder dieser Fehler einer zuviel ist, denken wir, dass die Medizin in Deutschland darauf stolz sein kann.

Ein zweites Thema wird uns in Zukunft beschäftigen, nämlich das Antikorruptionsgesetz, dass in der letzten Märzwoche den Bundestag passiert hat und voraussichtlich im Sommer 2016 in Kraft treten wird. Diesem Gesetz und seinen Auswirkungen widmen wir den Schwerpunkt dieses Newsletters.


Welche weiteren neuen Themen oder Ergänzungen wünschen Sie sich im Portal?

Schreiben Sie uns eine MAIL mit Ihren Anregungen und Wünschen.

Die Herausgeber und der Beirat werden Ihre Anregungen gern aufnehmen und in den kommenden Folgen des Newsletters aufbereiten.

Ihre Herausgeber

Prof. Dr. med. Dietrich Berg

Prof. Dr. med. Hartwig Bauer

RA Maximilian G. Broglie

Prof. Dr. jur. Dr. rer. pol. Klaus Ulsenheimer

Prof. Dr. med. Bernhard Zwißler

 

# # # # # # # ANMERKUNG # # # # # # #
Wir empfehlen Ihnen, dass Sie sich bereits VOR der Lektüre des Newsletters in dem Portal einloggen. So gelangen Sie mit den Links direkt in die ausführlichen Versionen der Autorenbeiträge.
# # # # # # # # # # # # # # # # # # # #


 
 
 
 
Aktuelles
 
Krankenhäuser - Erlöse niedriger als Kosten

Die Krankenhäuser in Deutschland hatten im Jahr 2015 2,5 Milliarden mehr Erlöse als 2014. Aber diese Erlöse liegen erneut unterhalb der Zuwächse der tatsächlichen Kosten der Krankenhäuser. Alleine die Lohnsteigerungen für die 1,2 Millionen Beschäftigten der Krankenhäuser, die Kosten für über 10.000 Neueinstellungen und die Mehrkosten für die Behandlung von mindestens 200.000 zusätzlichen Patienten übersteigen die Erlöszuwächse. Darauf wies der Geschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) hin, nachdem die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) für das Jahr 2015 eine Finanzreserve von 24 Milliarden Euro gemeldet haben. Damit, so Baum, sollten wohl die 500 Millionen Euro gut abgesichert sein, die entsprechend dem Krankenhausstrukturgesetz im Jarh 2016 für die Krankenhäuser zusätzlich bereitstehen sollen.

Zur Pressemitteilung des BMG zur GKV-Finanzreserve HIER
Zur Pressemitteilung der DKG • HIER

 

.......................................................................


 
Stiftung Patientenschutz leistet sinnvolle Beratungen

Einer sterbenskranken Patientin verwehrt die Krankenkasse den Wechsel vom Pflegeheim ins Hospiz? Ein Dialyse-Patient soll die Fahrtkosten zur regelmäßigen Blutwäsche selbst bezahlen? Ein Sanitätshaus tauscht den defekten Polstersitz eines Rollstuhls gegen ein Holzbrett aus, auf dem die behinderte Frau täglich stundenlang sitzen soll? Die Deutsche Stiftung Patientenschutz bietet intensive Beratungen für Patientinnen und Patienten rund um Kostenübernahmen, Patientenverfügungen, Vollmachten, speziell für schwerstkranke, pflegebedürftige und sterbende Menschen an.


Zum Homepage der Stiftung Patientenschutz • HIER

.......................................................................


 
Bewusstloser Patient bestohlen – Beamtenstatus weg

Ein verbeamteter Brandmeister und Rettungsassistent stahl einem bewusstlosen Patienten 50 Euro aus dem Portemonnaie. Er wurde von einem Kollegen beobachtet, versuchte sich herauszuwinden, wurde aber angezeigt. Da er bereits wegen einer Urkundenfälschung und wegen Stromklau auffällig geworden war und in der Zeit des Prozesses einen weiteren Diebstahl beging, wurde er nicht nur zu neun Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt, sondern verlor auch seinen Beamtenstatus. Der Prozess zog sich bis ins Bundesverwaltungsgericht (Az 2 C 6.14), das in seiner Urteilsbegründung trotz der geringen Summe die Schwere der Tat betonte: Von verbeamteten Rettungskräften sei zu erwarten, dass sie die Interessen der ihnen anvertrauten, hilflosen Menschen schützten, statt sie zu ihrem eigenen Vorteil und zu deren Schaden auszunutzen. 

 

Zur Pressemitteilung und zum Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  HIER


......................................................................


 
Männliche Glatze ist keine Entstellung

Eine Krankenkasse verweigerte einem 45jährigen Mann mit vollständiger Alopezie die Kostenübernahme für eine Perücke für 850 Euro. Als der Mann noch jünger war, waren diese Kosten vom Versicherer regelmäßig übernommen worden. Der Patient argumentierte, die Kahlköpfigkeit bedeute eine derartig massive Entstellung, dass er deswegen bereits unter erheblichen psychischen Problemen leide. Die Krankenkasse empfahl ihm daraufhin eine psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung. Das Bundessozialgericht (B 3 KR 3/14 R) stellte fest, dass nicht eine subjektiv, sondern nur eine objektiv wahrgenommene Entstellung Veranlassung sein könne, die Kosten für eine Perücke zu Lasten der gesetzlichen Leistungsträger zu erstatten. Bei einem 45jährigen Mann stelle eine Glatze aber keine Stigmatisierung dar.

Zum Urteil und zur Urteilsbegründung des Bundessozialgerichts HIER

......................................................................


 
Blindengeld auch bei schwerster zerebraler Schädigung

Der Freistaat Bayern verweigerte einem Kind, das durch eine Hypoxie unter der Geburt schwerst hirngeschädigt und faktisch blind war, das Blindengeld in Höhe von derzeit 579 Euro monatlich. Die Begründung lautete, dass das Blindengeld behinderungsbedingte Mehraufwendungen ausgleichen solle. Das Kind sei aber insgesamt so schwer behindert, dass die Blindheit keine zusätzliche Beeinträchtigung mehr darstelle. Damit entfalle der Anlass, dem Kind Blindengeld auszuzahlen. Das Bundessozialgericht (Az B 9 BL 1/14 R) folgte dieser Auffassung nicht: Das Kind hat einen Anspruch auf das monatliche Blindengeld, der Freistaat Bayern wurde zur Zahlung verpflichtet.


Zm Urteil und zur Urteilsbegründung des Bundessozialgerichts  HIER
......................................................................


 
 
 
 
Buchempfehlungen
 
medizin.recht - das Taschenbuch für den schnellen Überblick
medizin.recht - das Taschenbuch

Das aktuelle Standardwerk, um alle rechtlichen Fragen des Arztseins endlich zu verstehen, ist der Band medizin.recht . Auf 512 Seiten arbeiten Herausgeber, Autorinnen und Autoren das gesamte Medizinrecht auf, wobei der Schwerpunkt auf der ärztlichen Tätigkeit in der Klinik liegt. Kurze Fragen, Statements, Antworten, Merksätze – leicht zu lesen, leicht zu verstehen.

Zur Buchbestellung direkt beim Verlag - portofrei und mit täglicher Auslieferung - geht es HIER.


 
 
 
 

Um den folgenden Artikel in der Langversion lesen zu können, loggen Sie sich bitte am besten VOR der Lektüre im Portal www.my-medizinrecht.de mit Ihren persönlichen User-Daten oder über das Mitgliederportal Ihrer Fachgesellschaft ein.


 
Antikorruptionsgesetz - was sind die Veränderungen?
 
Was verändert sich mit dem Antikorruptionsgesetz?

Schon bisher war es Ärzten verboten, unangemessene Vorteile anzunehmen und das ärztliche Handeln und Behandeln nach diesen Vorteilen auszurichten - sich also bestechen zu lassen. Das kommende Antikorruptionsgesetz setzt die Grenzen für solche unangemessenen Vorteile noch einmal enger. Manche bewährte Kooperation wird in Zukunft nicht mehr möglich sein.


 

[Langfassung des Artikels im Portal www.my-medizinrecht.de für angemeldete User]


    
  Anzeige 
  
GRB

Gesellschaft für Risikoberatung mbH

Die Experten für klinisches Risikomanagement und Patientensicherheit - seit 1994 Seminare, CIRS, Qualitätsmanagement, Organisationsentwicklung, Wissensmanagement.

 

Ausführliche Informationen zu allen Modulen auf www.grb.de


 
    
    
 
Kongresse und Seminare
 
Veranstaltungshinweise

8.12.2015, Berlin  -  Behandlung von Flüchtlingen durch die Krankenhäuser, Berlin
Veranstalter: WokWissen • Infos und Anmeldung

 

12.-18.3.2016, Berlin - 16. Nationales DRG-Forum
Veranstalter: Fachzeitschrift f&w führen und wirtschaften im Krankenhaus • Infos und Anmeldung

 

7.4.2016, Berlin - Auswirkungen des Antikorruptionsgesetzes
Veranstalter: WokWissen • Infos und Anmeldung

 

3.-4.5.2016, Berlin - 11. Kongress für Gesundheitsnetzwerker
Veranstalter: Berlin-Chemie AG. • Infos und Anmeldung

 

 

 


    
  Anzeige 
  



 
    
    
 




Impressum

my medizinrecht

das Online-Periodical
newsletter[]my-medizinrecht.de


Sie erhalten diesen Newsletter, weil Sie sich auf unserer Website dafür angemeldet haben.
Wenn Sie sich vom Newsletter abmelden möchten, klicken Sie bitte hier und geben Ihre E-Mail-Adresse im Abmeldformular auf der rechten Seite ein.

Herausgeber:
Prof. Dr. med. Dietrich Berg (Federführung), Prof. Dr. med. Hartwig Bauer, RA Maximilian G. Broglie, Prof. Dr. jur. Dr. rer. pol. Klaus Ulsenheimer, Prof. Dr. med. Bernhard Zwißler

Redaktionsleitung und verantwortlich nach §5 TMG: Dr. med Susanna Kramarz

Fragen an die Redaktion: sk[]my-medizinrecht.de

Web-Entwicklung: 2raumwelten.de

Erscheinungsweise:
6-wöchentlich

Anzeigen und Mediadaten: Verlag S. Kramarz, Berlin

Verlag: Verlag S. Kramarz, Berlin. Anschrift des Verlages: Postfach 191935, 14008 Berlin; Oldenburgallee 60, 14052 Berlin; Tel.: 030 - 330 076 07, Fax: 030 - 818 786 18, E-Mail: kundendienst[]my-medizinrecht.de; UstID: DE190809067; VNR 12875.

Der Newsletter wurde erstellt mit freundlicher Unterstützung der Ecclesia Versicherungsdienst GmbH, Detmold.

Alle Beiträge des Online-Periodicals sowohl in der Kurz- als auch der Langversion sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung und Zitat nur mit vollständiger Nennung der Quelle. Die gewerbliche Nutzung ist untersagt.
© Verlag S. Kramarz 2014