Schwanger trotz Spirale - keine Haftung

03.06.2015 23:39

Schwanger trotz Spirale - keine Haftung

Ein Frauenarzt hatte einer Patientin eine Spirale gelegt und bei der vorangehenden Ultraschalluntersuchung nicht bemerkt, dass bei ihr ein Uterus bicornis vorlag. Die Frau wurde schwanger, bekam ein Kind und verklagte den Arzt auf die Übernahme sämtlicher Betreuungskosten für ihr Kind bis zum Erreichen der Volljährigkeit.

Die Klage wurde vom Landgericht Bielefeld und vom Oberlandesgericht Hamm (Az 26 U 2/13) abgelehnt.

Diese Entscheidung wurde damit begründet, dass der Arzt alle Maßnahmen für eine sorgfältige Diagnostik durchgeführt hatte. Dass er die Fehlbildung übersehen hatte, ist ein "Diagnoseirrtum", nicht aber ein "Diagnosefehler". Auch der Gutachter in dem Prozess, der die Patientin untersuchte, konnte Hinweise auf den Uterus bicornis nur entdecken, weil er bereits Hinweise auf den Befund bekommen hatte. Er hätte ihn sonst trotz aller Sorgfalt ebenfalls übersehen.

Eine Revision wurde nicht zugelassen, da das Gericht dem Fall keine grundlegende Bedeutung zumaß.

Zur Urteilsbegründung des OLG Hamm HIER.

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