Kinderärzte entsetzt über Asyl II

26.02.2016 21:55

Kinderärzte entsetzt über Asyl II

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) protestiert entschieden dagegen, dass schwer kranke minderjähriger Flüchtlinge mit Hilfe des geplanten Gesetzes demnächst leichter abgeschoben werden können.

In dem Gesetzesentwurf, der voraussichtlich im März 2016 in Kraft treten wird, heißt es:

Abbau von Abschiebungshindernissen
Oft legen abgelehnte Asylbewerber ärztliche Atteste vor, um ihre Abschiebung zu verhindern. Um einem Missbrauch von Attesten entgegenzuwirken, schreibt das Gesetz Anforderungen dafür fest. Eine Abschiebung kann auch dann durchgeführt werden, wenn die medizinische Versorgung im Zielstaat nicht gleichwertig mit der Versorgung in Deutschland ist.

Außerdem werden nur noch lebensbedrohliche oder schwerwiegende Erkrankungen, die sich durch die Abschiebung wesentlich verschlechtern würden, berücksichtigt. Die Erkrankung muss künftig durch eine qualifizierte ärztliche Bescheinigung glaubhaft gemacht werden.

 

Dazu der BVKJ: „Wir Kinder- und Jugendärzte sind dazu da, kranke Kinder und Jugendliche zu heilen. Und das gilt für ALLE Kinder und Jugendliche, die unsere Hilfe suchen. Es gibt keine Kinder erster Klasse und zweiter Klasse. Wir sind nicht dazu da, dem Staat zu helfen, kranke Kinder und Jugendliche abschieben zu lassen," so Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). "Derzeit versorgen wir in unseren Praxen zahlreiche Flüchtlingskinder. Die meisten zum Glück nur wegen Infekten, aber wir versorgen auch Flüchtlingskinder mit chronischen Krankheiten, mit Behinderungen und mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Gerade diese Kinder und Jugendliche brauchen uns. Wir sind nicht bereit, das Wohl unserer Patienten dem Stammtisch zu opfern. Gerade die Ausschreitungen des rechten Pöbels in den letzten Tagen haben uns gezeigt, wie wichtig es ist, Haltung zu zeigen, dem Pöbel und seiner Gewalt Einhalt zu gebieten.
Dies erwarten wir auch von den Abgeordneten, die am Donnerstag über das geplante Gesetz beraten: Folgen Sie Ihrem Gewissen! Machen Sie uns Kinder- und Jugendärzte nicht zu Handlangern von Abschiebungen kranker Kinder und Jugendlichen. Halten Sie sich an die UN-Kinderrechte bzw. Art. 24: das Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheitsversorgung für alle Kinder. Bessern Sie das geplante Gesetz zum Wohle der Kinder und Jugendlichen nach.“

Zum ASYL II auf der Homepage der Bundesregierung HIER.
Zur Pressemitteilung der Kinder- und Jugendärzte HIER.

 

 

 

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